Aufstellungen – Familienstellen – Geistiges Familienstellen – Stilles Familienstellen

Was sind Aufstellungen?

Wir alle sind eingebunden in Gruppen (“Systeme”). Zuerst einmal in unsere Familie – in unsere Familie, in die wir hinein geboren werden und die Familie, die wir selbst gründen. Aber es gibt viele weitere Systeme, wie z.B. das Unternehmen, für das wir arbeiten, die Schule, in die unsere Kinder gehen, unsere Gesellschaft, unsere Kultur, unser Universum, aber z.B. auch unser Körper ist ein System, ein Zusammenspiel von verschiedenen Organen. Wir fühlen uns “wohl”, wenn wir in unserer Gruppe, unsere Zugehörigkeit als angenehm erleben und die Regeln, die dort gelten, für uns als stimmig empfinden und wir fühlen uns “unwohl”, wenn das nicht der Fall ist. Der weitaus größere Anteil an Gruppendynamiken, Zugehörigkeit und Werte-Definitionen und unsere daraus entstehenden Handlungen sind uns unbewusst und folgen den verborgenen Bewegungen der Seele. Wir selbst erleben häufig nur die Auswirkungen, in Form von Unwohlsein, Krankheit, Misstimmung, Ratlosigkeit, Gefühl des Gefangenseins, der Einsamkeit u.a. auf der einen Seite, aber auch Freude, tiefe Verbundenheit und Liebe, Gefühl der Befriedigung und Bestimmtheit, u.a. auf der anderen Seite. Was wir nicht wissen können, ist, dass diese Gefühle und Erlebnisse uns zum einen Teil schicksalshaft aus der Gruppe “anwehen” und zum anderen Teil aus Gewissensbindungen an diese Gruppe entstehen.

Diese Seelenbewegungen und verborgenen Dynamiken unseres Lebens können Aufstellungen sichtbar machen.  Sie geben uns aus einem tieferen Wissen, das Herz und Körper mit einschließt, neue Handlungs- und Lebensspielräume und tiefe Einsichten in unsere Lebensumstände.

Aufstellungen werden großteils durch die sogenannten “Stellvertreter” sichtbar gemacht. Die Teilnehmer der Gruppe begeben sich in das Feld der Aufstellung, in dem sie körperlich am Aufstellungsort stehen und dort wortwörtlich in das System eines Einzelnen eintreten. Sie kommen in Ressonanz zu den Lebens- und Beziehungs-Erfahrungen dieses Einzelnen  – körperlich, emotional, seelisch. Es entsteht ein Prozess, der die verborgenen Dynamiken und Zusammenhänge offenlegt und der bisher Verborgenes und Ausgeschlossenes in den Blick bringt. So wird das, was uns nur bruchstückhaft bewusst war, in einem größeren Zusammenhang vereint und präsent. Dadurch zeigen sich Einsichten und Lösungen für den Einzelnen. Der Aufstellungsleiter leitet dabei durch den Prozess hindurch und begleitet achtsam die einzelnen Schritte.

Die Geschichte des Familienstellens ist lang. Bert Hellinger hat die Arbeit des Familienstellens begründet und seine Erkenntnisse sind die Basis für jede Form, des Familienstellens, die sich bis heute entwickelt hat. Das “traditionelle” Familienstellen, wie es Hellinger anfangs gelehrt hat, hat sich mit der Zeit, wie auch er, gewandelt und heutzutage, sind wir an einem Punkt, wo weniger systemisch “ordentlich geordnet” wird, sondern wo wir als Gruppe, für die der/die Aufstellungsleiter*in den Raum gibt und hält, in ein geistiges, stilles Feld eintreten. Dabei erleben wir eine Ordnungskraft, die weit Jenseits des Verstandes wirkt. Es ist eine Ordnungskraft, die man, je länger man sie erforscht und ihr in den Aufstellungen zuschaut, als zutiefst existentiell und alles Leben prägend, heilend und liebend erfährt – mit einer Liebe, die alles einschließt, die Opfer und die Täter, die “Guten” und “Bösen”, die Überlebensgroßen und die Vergessenen, die Vorbilder und die Ausgeschlossenen. Auch das, was wir in unserem eigenen Leben und Sein als schön und als zutiefst hässlich empfinden – alles darf und soll in den urteilsfreien Blick.

Für mich persönlich hat sich als Teilnehmende und als Aufstellungsleiterin mit dem Familienstellen eine Lebens-Dimension gezeigt, die ich auch in Mediationen und meinen Retreats kennen und ehren gelernt habe. Im achtsamen und stillen Raum der Aufstellungen werden wir mitgenommen an den geistigen Ort, an dem wir annehmen können, was IST und uns dem Größeren hingeben, das uns umfängt und ohne Worte ist. Es IST einfach. Jenseits unserer Vorstellungskraft – und doch zutiefst vertraut. Mit den in Aufstellungen erlebten Erfahrungen, sei es als derjenige, dessen Leben aufgestellt wird, als Stellvertreter oder als Zuschauer, leben wir unser Leben anders als zuvor: achtsam und rückverbunden mit, dem, wo wir herkommen und dem, wo wir hingehen.

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