Die Kraft des Abschieds

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Der Abschied ist ein ständiger Begleiter des Lebens.

Als Schwelle zwischen dem Ende des Einen und dem Beginn des Anderen ist er ein Mittler und auch ein Wegbereiter zwischen zwei Zuständen bzw. Lebensabschnitten.

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Bereits die Geburt am Anfang des Lebens ist ein Abschied von Mutter und Kind aus der symbiotischen Einheit der Schwangerschaft. Der Abschied ist schmerzhaft, wenn wir durch eine Trennung gehen, die Arbeit verlieren oder eine Krankheit uns zwingt liebgewonnene Gewohnheiten aufzugeben. Doch auch, wenn wir Eltern werden, später die Kinder aus dem Haus gehen, wenn wir eine neue Arbeit annehmen, umziehen oder einen „besonderen“ Geburtstag feiern, feiern wir das Neue und verabschieden dabei auch das Vergangene. Der größte Abschied begegnet uns am Ende des Lebens, wenn wir das Leben verabschieden und dem Tod begegnen, dem Tod unserer Liebsten und unserem eigenen Tod.

Das Bewusstsein und die Notwendigkeit für Übergänge und Abschiede ist uns häufig abhanden gekommen, auch wenn uns einige Feste und Rituale erhalten geblieben sind.

Wie nehmen wir also bewusst und kraftvoll Abschied? Wie finden wir den Übergang, so dass das Alte „rund“ und vollständig wird und wir und unsere Liebsten Kraft und Erlaubnis für Neues haben? Und wie begegnen wir dem Tod? Welche inneren Schritte sind notwendig, um „gut“ Abschied zu nehmen?

Im Aufstellungsseminar mit dem Thema die Kraft des Abschieds erschien, wie immer, etwas Unerwartetes: Das Thema Selbstliebe tauchte auf.

Wenn z.B. eine Mutter Schuld spürt, weil etwas Traumatisches, Schicksalshaftes oder Schulderzeugendes passierte in ihrem Leben oder im Leben des Kind, braucht es Liebe. Wenn die Mutter zurück in die verbindende Liebe kommen will, muss sie zuerst wieder beginnen, sich selbst zu lieben. Sie muss ihr Herz für sich selbst wieder öffnen, sonst schließt sie sich selbst von der Liebe aus und die Liebe wird vom KInd nicht gefühlt. Die Beziehung bleibt unterbrochen und das Kind unbewusst gebunden.
Liebe kann nicht ausschließen. Liebe ist per se alles einschließend – nichts anders bedeutet “heil” (= ganz) werden. Ich liebe mich – mit allen Mängeln, Scheitern und Scham – dann fließt die Liebe weiter zu unseren Kindern und Partnern und wird zur Nächstenliebe.
Ich liebe die Anderen und schließe mich selbst mit ein. Das ist die wahre Kunst des Liebens!

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Weitere Aufstellungsinformationen:
▸ Aufstellungstermine und allgemeine Informationen
 Warum und wann aufstellen?
Das Setting: Einzelarbeit und Gruppenaufstellung
Was sind Aufstellungen? Ein erklärendes Essay gibt es hier…
FAQs zur Aufstellungsarbeit.