Hand aufs Herz I Hand on the heart

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Verbunden mit jedem Teil von unsWenn ich mir die derzeitige Zeitqualität bewusst mache, kommen mir immer wieder zwei Themen in den Sinn:

Das Eine ist, das wir wirklich in neuen Zeiten leben und wir eine Lebensart brauchen, die tatsächlich neu ist und uns außerhalb der bisherigen Gewohnheiten und Strukturen bringt. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich bereits darüber gesprochen. Etwas generell gefasst: Es werden neue Herausforderungen an uns gestellt. Langzeitplanungen über den Haufen geworfen und noch mehr Flexibilität und Vertrauen von uns gefordert. Es ist ein Leben aus einer neuen Qualität heraus, mit einer neuen Selbst-Bewusstheit.

Als Zweites beobachte ich, dass wir innigst mit unserem inneren Kind und mit dessen Wunden in Verbindung gekommen sind. Alte Emotionen und die damit zusammenhängenden Verhaltens- und Vermeidungsmuster sind sehr präsent. Es scheint so, als will das innere Kind, auch noch seine dunkelste Seite zeigen dürfen, seinen Schmerz, seine Qual, seine Wut, seine Einsamkeit, seine Unsicherheit, seine Sehnsüchte, seine pure Intensität der Gefühle. Und es braucht unsere Bewusstheit – Ja, auch das sind wir, auch das ist eine bestehende Lebenserfahrung von mir!

Ja sagen, zu jedem Teil in uns

Es geht nicht darum, die Gefühle zu verdrängen, damit zu arbeiten oder sie zu verändern, sondern es geht um tiefes Anerkennen. Können wir so tief in die Liebe gehen – und ja sagen, zu diesem Teil in uns, der dem Leben nicht gewachsen ist – und es auch gar nicht sein muss – sondern einfach wahnsinnig viele Gefühle hat und seine Bedürfnisse sprunghaft und impulsiv verändert? Es geht nicht nur darum, das innere Kind zu sehen und abzugrenzen von unserem erwachsenen, “vernünftigen” Teil. Damit würden wir die Trennung aufrecht erhalten, die uns immer wieder leiden lässt. Es geht darum, in ein größeres Selbst hineinzuwachsen, was alle inneren Anteile umfasst. Der so häufig verwendete Ausdruck “höhere Selbst“, kann uns etwas in die Irre führen, wenn wir das höhere Selbst als etwas sehen, was “über” uns, oder weiter weg von uns existiert und damit als ein weiterer, abgespaltener Teil. Für mich ist dieses höhere Selbst ein “größeres”, “umfassenderes” Selbst, in dem alle unsere Anteile, inklusive dem „höheren“ Teil, integriert sind. Wir dehnen uns aus über die Grenzen von einem Entweder-Oder in ein Sowohl-als-auch und darüber hinaus. Wir sind MEHR, alles fassend und in diesem Sinne “größer” in jeder Richtung und Dimension.

Leben mit dem Flow

In dem wir aus diesem “Größeren” handeln, spüren und leben, werden alte Wunden geheilt und neue Verhaltensweisen entwickelt. Eine neue Art des Lebens entsteht, in dem man mehr und mehr mit dem “Flow” geht, auf die kreativen Bewegungen in sich lauscht und nicht festhält an Strukturen, nur um der Strukturen willen. Das Leben wird fließender, wandelbarer, durchlässiger für die Kraft, die hinter den Dingen steht. Und es geht darum, sich MIT der Kraft zu bewegen, weniger darum einzelne, unverbundene Bewegungen daraus zu machen.

Auch unser Konzept des Erwachsenseins muss überdacht werden. Erwachsen sein, ist nicht mehr etwas Abgrenzendes, Individualisierendes, sondern ein Bewusstwerden, dass wir, wenn, wir wahrhaft “groß” sind, innerlich weit sind, bezogen auf Alle(s). Das einzelne Tun wird durch ein Mitfließen und in Bezug sein mit dem Ganzen, das über Persönliches hinausreicht, abgelöst.

Hand aufs Herz und das Lächeln der Handfläche in das eigene Herz scheinen lassen.

Ich habe viel Erfolg mit einer sehr einfachen Übung: Du trägst in deiner Handfläche ein tiefes, inniges, ständiges Lächeln. Wenn Du nun diese Hand auf dein Herz legst, dann lächelt deine Hand dieses Lächeln nach Innen zu deinem Herzen. Es ist einfach DA und FLIESST.

In gewisser Weise ist das nicht eine Übung, sondern eine Erinnerung an eine Wahrheit, die wir vergessen haben.

Wir legen uns die Hand aufs Herz und die Liebe fließt von dem Teil in uns, der Liebe ist, zu dem Teil, unserem inneren Kind, das Liebe braucht und nichts anderes will, als geliebt werden. Manchmal ist es schwer uns diese Liebe zu geben, da wir gerade so stark identifiziert sind, mit dem Teil in uns, der sich ungeliebt fühlt und “braucht”. Wir sind dann nur noch dieses liebesbedürftige Kind, was sich an unser Bewusstsein klammert und es voll ausfüllt. Wir haben unsere Weite verloren und sehen nicht mehr den größeren Rahmen. Wenn wir uns die Hand aufs Herz legen, kommen wir aus der Identifikation mit in die Liebe zum Kind.

Mit der Weite in uns gehen

Damit verbinden wir uns mit unserem größeren (höheren) Selbst und aus dem “Entweder Kind – Oder erwachsen und vernünftig” wird ein größeres Drittes, was umfassender lieben und handeln kann, dann wenn es „an der Zeit ist“. Die Lösungen und Wege, die sich dann abzeichnen, sind häufig jenseits der Konvention, der Vernunft und häufig auch jenseits jeder “Deadline” und Zeitplanung. Es braucht Mut damit zu gehen. Wir dürfen nicht die Nerven verlieren, wenn ein im Außen gesetzter Zeitpunkt näher rückt und die Entscheidung noch nicht da ist. Sondern: Hand aufs Herz. Verbinden wir uns mit der Weite in uns, dann ist jeder Teil von uns in Frieden und aufgehoben in der Entscheidung, die sich dann zeigt.

Diese Mitfließen und sich beziehen auf das “Ganze” als innere Haltung ist für mich ein großer Schlüssel für die herausfordernden Zeiten, in denen wir leben.

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Hand on the heart

Verbunden mit jedem Teil von uns

If I raise awareness of current time quality, two themes always come to mind:

One is that we really are living in new times and need a way of life that is actually new and brings us out of previous habits and structures. In my last blog post I already talked about this. Something generally adopted: New challenges imposed on us. Long-term plans thrown into disarray and still more flexibility and confidence asked of us. It is a life filled with a new quality, with a new self-awareness.

Second, I observe that we are now intimately connected with our inner child and associated wounds. Old emotions and related behavioural and avoidance patterns are very present. It seems as if the inner child wants to be allowed to show also their darkest side, their pain, hurting, anger, loneliness, insecurity, aspirations, and pure intensity of feelings. And it needs our awareness – Yes, we are this way too, this is an existing life experience of mine!

Say yes to every part in us

It is not about supplanting the feelings, working with them or changing them, but more about deep recognition. Can we go so deep in love – and say yes to this part of us that is no match for life – and it also does not have to be – but simply has an amazing number of feelings and changes its needs erratically and impulsively? It’s not just a matter of seeing the inner child and delineating it from our adult, “reasonable” part. That would preserve the separation upright, making us suffer again. The idea is to grow into a larger self, which includes all internal components. The term so commonly used “higher self” can lead us somewhat astray when we see the higher self as something that exists “over” us, or further away from us, and thus as a further, split-off part. For me, this higher self is a “larger”, “comprehensive” Self, in which all our parts, including the “higher” part, are integrated. We stretch ourselves beyond the boundaries of an either-or in a both-even and beyond. We are MORE, all collectively and in this sense “greater” in every direction and dimension.

Live with the Flow

In which we act, feel and live out of this “greater” self, old wounds are healed and new behaviours are developed. A new way of life arises in which you go more and more with the “flow” on the creative movements in listening and not sticking to structures, just for the sake of structures. Life is flowing, convertible, permeable to the force that is behind things. And it means moving WITH the power, and less about individual, unrelated movements.

Even our concept of adulthood needs to be reconsidered. Being an adult is no longer something restrictive, individualizing, but awareness that when we are truly “greater” we are intrinsically further, based on everything. The individual actions will be by an entrainment and in relation to the whole which extends beyond personal, detached.

Hand on the heart and the smile of the palm in one’s own heart comes through.

I have a lot of success with a very simple exercise: You carry a deep, intimate, constant smile in your palm. If you now put this hand on your heart, then your hand is smiling and the smile moves inwards to your heart. It’s just THERE and FLOWS.

In a way, this is not an exercise, but a reminder of a truth which we have forgotten.

We put hand over heart and the love flowing from the part of us that love is, to the part, our inner child who needs love and wants nothing else than to be loved. Sometimes it’s hard to give us this love, as we have a strong identification with the part in us which feels unloved and “needs”. We are still then just this child needing love, which clings to our consciousness and fills it. We have lost our space and no longer see the larger picture. If we lay a hand on our heart, we step out of the identification with and find the love for the Child.

Going with the vastness inside us

We connect with our greater (higher) self and move away from the “either child – or an adult and reasonable” to become a greater third entity, which can comprehensively love and act, then if it “is time.” The solutions and methods which then looming, are often beyond the Convention, of reason and often beyond any “Deadline” and scheduling. It takes courage to go with it. We must not lose our nerve, if an externally set time frame is getting closer and the decision has not yet come. But: Hand on your heart… We connect with the expanse inside us, then every part of us is in peace and repealed in the decision, which then shows up.

In my view, this entrainment and reference to the “whole” as an inner attitude is a big key for the challenging times in which we live.

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  2 comments for “Hand aufs Herz I Hand on the heart

  1. Linda, usA
    25. October 2015 at 16:12

    Thank you Katharina! Loved your article!

  2. Matthias, Deutschland
    25. October 2015 at 16:14

    Sehr schöner Text!

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