Krankheit, Masken, Impfen und die Suche nach dem Weg aus der Pandemie

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Die Zeit des Wartens ist vorbei. Die Pandemie zwingt uns als Gesellschaft und als einzelne Menschen zu konkretem Handeln auf der einen Seite und zu tiefer Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen und Lebensdynamiken, die die Welt bis hierhin geprägt haben. Die heutige Menschheit ist innerlich und äußerlich polarisiert und zerstritten. Jedes neue Detail bringt statt Frieden größere Diskussion und Spannung. Und über allem die Fragen: Wer hat Recht? Was ist die Wahrheit? Womit haben wir es hier zu tun?

Als Systemaufstellerin und Systemforscherin ist es nicht mein Anliegen, einer Seite „Recht“ zu geben, vielmehr ist meine Aufmerksamkeit auf das Grundphänomen selbst gerichtet und auf das, was dort Spannung oder Entspannung erzeugt. Welcher Aspekt ist nicht im Blick? Was ist ausgeschlossen worden? Welcher Weg führt zu einem Frieden jenseits von Polarität und Spannung?

 

Der Virus als Symptom eines kranken Systems

 

Seit April 2020 arbeite ich mit Resonanz-Aufstellungsgruppen im virtuellen Aufstellungsraum zum Thema Corona und den Herausforderungen unserer Zeit. Und es zeigt sich: Das, was an körperlichen, gefühlsmäßigen und seelischen Symptomen sichtbar geworden ist, weißt auf tiefe Grundströmungen und Grundwahrheiten von Erde und Mensch, von Existenz an sich hin.  Das Einsetzen der Pandemie Corona, per Definition eine Seuche, die die ganze Welt betrifft, ist auf tiefer Ebene ein Hinweis auf die Dysbalance des Gesamtsystems Mensch-Erde. Genauer gesagt, der Dysbalance im Menschen selbst und in den gelebten Gesellschaftsformen. Der Virus ist Symptom eines „kranken“ Systems, in dem Gespaltenheit und Trennung von Mensch und Gesellschaft eine Lebensrealität ist.

Gesellschaften können immer nur so gesund sein, wie ihre Mitglieder. Der moderne Mensch ist in seinen Beziehungen einsam und unbezogen. Er ist in sich gespalten, getrennt von seinem Ursprung, in sich selbst fern seiner grundlegenden Natur. Interessanterweise weißen die bisherigen Maßnahmen, die im „Kampf“ gegen das Virus getroffen wurden, auf diese innere Getrenntheit hin. Abstandhalten, Berührungs- und Kontaktverbote sind äußere Symptome für die innere Abgetrenntheit des Menschen von sich selbst. Massenquarantäne und Shutdowns sind Versuche einer Regulation auf äußerer Ebene. Wenn wir diese im Innen anwenden und als inneren Rückzug – als Selbstbezug auf sich selbst – erfahren, dann wird diese Maßnahme sinnhaft. Der Weg raus aus den bisherigen Strukturen führt über ein Anhalten und Neuorientieren.

 

SEHT MICH AN! – Die Maske als Phänomen

 

Die Masken sind dabei ein interessantes Phänomen. Viele Menschen empfinden sie als Beschränkung und erleben sie als Unterdrückung oder gar Maulkorb. Die Fassade, die sich Gesellschaft und Menschen aufgebaut haben, soll fallen. Es regt sich Widerstand und eine intensive Suche nach Wahrheit hat eingesetzt. Die sogenannten „Verschwörungstheorien“ sind in diesem Zuge gerade – trotz Maske – in aller Munde. In den Aufstellungen zeigte sich: Diese nun vermehrt präsentierten „unbekannten Wahrheiten“ sind ebenso „nur“ Symptom. Ein Symptom, ein Hinweis auf etwas, was DAHINTER steht. Dieses Dahinter ist jedoch keine persönliche, mutwillige oder „missbrauchende Macht“.

Die Masken weißen auf eine Kraft, die dem Universum immanent ist. Es ist die Kraft des Nicht-Existenten und der Auslöschung – auf phänomenologischer Eben vergleichbar einem schwarzen Loch. Diese Kraft ist die Gegenkraft zum Existierenden, Schöpfenden, wie wir es kennen. Die Auslöschung ist vollständig, unpersönlich und ohne für uns erkennbaren Sinn.

Vor der Kraft der Auslöschung ist alle Existenz machtlos, auch unser Planet selbst. Letztendlich bleibt auch die wortreichste Beschreibung dieser Kraft fern. Man kann den Abdruck dieser Kraft erfahren, aber die Kraft selbst bleibt unsichtbar und verborgen.

Da die Auslöschung selbst in der konkreten Lebenswelt verborgen bleibt, kann sie nur indirekt sichtbar werden. Masken verhüllen auch Unsichtbares und geben durch das Verhüllen Form und Sichtbarkeit. Und so ist die Maske heutzutage, die Formgeberin und Hinweisgeberin der Urkaft Auslöschung. Hier wird also die alte Tradition der Todesmasken und Pestmaske aus früheren Zeiten fortgesetzt.

 

Wir kämpfen gegen die polare Gegenkraft der Schöpfung

 

Die Masken weißen uns also darauf hin, dass wir in der Gegenwart gegen den Tod, die polare Gegenkraft des Lebens, kämpfen. Weiterführend kämpfen wir gar gegen die Gegenkraft der Schöpfung, die Auslöschung. Doch wie soll das gehen? Wir haben es hier mit etwas zu tun, was nicht kontrollierbar ist, nicht sinnhaft in menschliches Leben auf der Erde integrierbar ist und in der eigenen Existenz ein tiefes Entsetzen auslöst.

Je weniger wir mit unserem Kern und mit der Tatsache unserer zutiefst menschlich, begrenzten Existenz verbunden sind, um so größer zeigt sich dieses ungreifbare, unbewusste Entsetzen im Einzelnen als Angst vor Tod und Fremdkontrolle und in bestehenden Gesellschaftsformen als Missbrauchs- und Ohnmachtselemente. Sie sind symptomatischer Ausdruck der unerkannten, universellen Kraft. Verschwörungswissen, das so heiß gehandelte unbekannte Wissen, ist nur als Symptom, nicht Ursprung einzuordnen.  Das was wir zu wissen oder zu sehen glauben, weißt immer noch weiter und letztendlich auch hilflos in Richtung der universellen Kraft der Auslöschung, die – wohlgemerkt – nicht manipulierbar ist. Sie wirkt nicht „böse“ in Menschen. Sie ist nicht Satan. Sie ist verwoben im Universum, unsichtbar, ewig verborgen und ewig wirkend.

 

Impfen als Rettung?

 

Ein nicht unerheblicher, gesellschaftlicher Fokus dieser Zeit liegt auf dem Thema Impfen, dass uns Menschen zumindest im Hinblick auf das Virus vor der konkreten, persönlichen Auslöschung bewahren soll. Die Diskussion zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern ist hinlänglich bekannt und das Für und Wider aus medizinscher und ganzheitlicher Sicht ist in vielen Quellen aufgeschrieben und nachlesbar. Auffällig ist, dass sich auch hier wieder deutlich die Spaltung der Gesellschaft zeigt. Und wieder verweißt diese Spaltung auf die dahinterliegenden Kräfte, Tod und Auslöschung, die wir immer nur zeitweise wegdrängen, aber nie besiegen können.

In einem Aufstellungsprojekt aus dem Jahr 2019 konnten wir sehen, dass das Impfen an sich Wirkung hat. Die „Krankheit“ kann dann den Körper nicht erreichen. Wobei die Krankheit im systemischen Feld gar nicht immer unbedingt den Körper sondern vielmehr die Seele erreichen will! Und so bleibt trotz Impfen der ursprüngliche Konflikt ungelöst. Denn die Krankheit kann zwar nicht „hin“ aber sie geht auch nicht „weg“.

Was wir in den bisherigen Aufstellungen zu Corona gesehen haben ist, dass sich Corona mit den bisherigen Maßnahmen von Abstand, Quarantäne, Masken oder einem potentiellen Impfstoff nicht aus dem systemischen Feld zurückzieht! Etwas polemisch ausgedrückt: Impfen wirkt hier nicht. Es mag ein Impfstoff auf den Markt kommen, der unseren Körper schützen kann. Auf der Ebene des tieferen Konfliktes – die Spaltung unserer heutigen Gesellschaft, die Abtrennung von uns Menschen von der Erde und von sich selbst – wirkt der Impfstoff nicht. Corona bleibt uns auch dann als Symptom erhalten.

 

Spüren und Sein von und bei sich selbst

 

Das was sich letztendlich als Wirkstoff und als Entwicklungsmotor in der systemischen Arbeit offenbarte, war das bewusst-SEIN. Ich schreibe es bewusst auf diese Weise, um deutlicher zu machen, wie sich dieses Bewusstsein zeigte. Es geht um ein bewusstes Erleben von Körper, Emotionen, Geist und Seele. Es geht um ein Da-Sein im Jetzt, ganz konkret auf dieser Erde und in dieser Gesellschaft. Es geht nicht um Aktionismus, Diskussionskraft oder Überzeugungsbemühen. Es geht auch nicht um eine besondere spirituelle Dimension, Es geht um ein Spüren und Sein von und bei sich selbst. So mit uns selbst verbunden, sind wir natürlicherweise verbunden mit den Mitmenschen. Es ist Platz für Verschiedenheit. Es ist Platz für das Weibliche und das Männliche. Unterschiedliche Gefühle und Ansichten müssen nicht mehr gegeneinander, sie dürfen nebeneinander stehen. Wissenschaftliches und ganzheitliches Wissen können da sein, ohne dass sie sich ausschließen müssen. Und ein wichtiger Punkt: Der bisher nicht integrierte, traumatisierte Teil in uns und in der Gesellschaft kann endlich wieder Zuwendung erfahren und sich verbinden.

Durch bewusst SEIN, sind wir verbunden mit unserer Natur und der Erde, unserem Leben und dem Tod und mit den tiefen verborgenen Kräften des Universums. Mit dieser gelebten Bewusstseinsqualität zieht sich in den Aufstellungen das Symptom Corona zurück.

 

 

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Was im letzten Jahr als Forschungsprojekt zum Thema Impfen begann und uns mit der Frage zurück lies, wie wir uns als Einzelne und als Gesellschaft mit dem Tod auseinandersetzen wollen, wurde nun im April 2020 zu einer Forschungsreise mit der Resonanz-Aufstellungsgruppe zu den Herausforderungen, die uns Corona bringt. Einige Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit flossen in obigen Artikel und in diesen Artikel ein.

Ausserdem gibt es Audio-Auszüge zum Thema:
Corona, die Gesellschaft und das Kollektive (1),
Corona: Die Herausforderungen für uns Menschen aus spiritueller Sicht (2),
Die gespaltene Gesellschaft – Lösungsimpulse (3),
Die geopferten Kinder oder der aussichtslose Kampf des Menschen gegen den Tod (4).

▸ Weitere Informationen zur Teilnahme an der regelmässigen Online Resonanz-Aufstellungsgruppe

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