Zeit des Wandels I Times of change

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DSCF1845Egal, wo ich hinblicke, wo ich mich aufhalte, mit wem ich rede, wer zu mir in meine Sitzungen kommt – eines ist klar: Wir sind mitten in einem großen Wandel.

Dieser Wandel ist tiefgreifend und grundsätzlich und betrifft jeden von uns. Es gibt daran kein Vorbei und wir können uns davor auch nicht (mehr) verstecken.

Wenn ich mir die Themen und Symptome ansehe, an denen wir als Mensch und als Gesellschaft leiden, ruft „es“ deutlich.

Über die Grenzen hinaus gehen

Unsere Arbeit, unsere Beziehungen, unser Umgang mit Menschen und Situationen im Allgemeinen, unsere Gesellschaft – wir stoßen immer häufiger und stärker an Grenzen. Die alten Konzepte und Regeln funktionieren nicht mehr. Nicht im Umgang miteinander und nicht im Umgang mit uns selbst. Die eingetretenen, von der Gesellschaft anerkannten Pfade tragen uns nicht mehr. Das, was wir für uns selbst und andere definiert haben, nährt uns nicht mehr. Es „drückt“ in uns an allen Ecken und Enden. Wir werden nicht mehr langsam sondern sehr schnell zu klein für unsere bisherigen Strukturen, unser bisheriges Leben. Und doch ist das kein Grund zum Jammern.

Wir werden vom Leben und unseren Umständen geradezu lauthals aufgefordert, zu uns selbst zu kommen. In unser Herz, in die Verbindung mit uns selbst und damit zutiefst in unsere eigene Wahrheit. Jeder von uns trägt diese Wahrheit in sich, die immer mehr danach drängt, gesehen und angenommen zu werden. Wir sind zutiefst und mit allem aufgefordert, neue Wege zu beschreiten, neue Umgangsformen zu finden, neue Prinzipien für uns selbst, unser Leben und unsere Gesellschaft zu finden, die uns endlich wieder dienen. Das erfordert auf der einen Seite eine große Wachheit und Ehrlichkeit: Wo habe ich mich innerlich oder äußerlich eingerichtet? Was gibt mir eine scheinbare Sicherheit? Wo will ich nichts hinterfragen? Wo will ich nicht daran rühren? Wo bin ich viel zu bequem, um mich zu verändern?

Unser abgegrenztes „funktionierendes“ Ich hat so Angst vor Veränderung, dass es am Liebsten an nichts rühren will, was auch nur halbwegs funktioniert. Manchmal will es nicht einmal an den Dingen rühren, die offensichtlich doch gar nicht mehr funktionieren, einfach weil Veränderung eine Gefahr darstellt und Beständigkeit eine Sicherheit vermittelt. Also wenden wir uns innerlich von der Wahrheit ab, wir werden blind.

Jenseits der bekannten Definition

Nun aber finden wir uns in einer Zeit, die, ob wir hinsehen wollen oder nicht, mittendrin ist in der Veränderung. Lange wurde es uns angekündigt, die Zeit der großen Umwälzung und des Wandels. Und siehe da – nun sind wir mitten drin! Wir sind mitten im Bewusstwerden, mitten im Wandel. Und genau das ist auch die Lösung. In der eigenen MITTE sein. Es gibt keine Ausflüchte mehr. Es gibt nur die eigene Verantwortung und die innere Wahrheit. Es braucht Mut, die eigenen Definitionen, die wir wie Schleier und Krusten vor unser „Eigentliches“ gelegt haben, zu entfernen. Wer bin ich jenseits meiner Definitionen? Was bin ich, wenn ich Beruf, Familie, persönliche Geschichte und Ziele, Leiden und gesellschaftlicher Kontext einmal nicht mehr als Sicherheit heranziehe?

Wir wissen schon lange, dass das Ziel nicht mehr alles ist, sondern der Weg dahin. Jeder kennt das Sprichwort. Jedoch – ich erlebe so viele Menschen „auf ihrem Weg“ und sie definieren sich so sehr darüber, auf dem Weg zu sein, dass das, was jetzt von uns gefordert ist, nicht ins Bewusstsein kommt: Der Weg hat sich überholt. Wir sind DA.

Sich mit der eigenen Wahrheit und Größe verbinden

Was passiert, wenn nun nicht einmal mehr der Weg das Ziel ist? Dann werden wir wieder ganz nackt. Offen und berührbar in uns, in unserem Herzen, und es zeigt sich unser SEIN. Etwas zutiefst Individuelles und Einzigartiges, was gleichzeitig auch zutiefst eingebunden ist in die Gesamtheit. Die Verbundenheit mit sich selbst IST gleichzeitig die Verbundenheit mit allem anderen, mit dem Leben. Das persönliche Drama hat dort keinen Platz mehr, es ist nur Schnörkel und Geschichte „außenrum“. Wir sind nicht mehr unsere Geschichte und Persönlichkeit. Wir SIND.

Je mehr wir das zulassen und annehmen, desto mehr erfahren wir unsere eigene Kraft und sind damit konfrontiert, das Leben voll zu umarmen – mit unserer Größe und Kraft. Das macht uns Angst. Den wir erkennen, wir SIND das Größte. Wir sind nicht mehr die Kinder, die sich vom Großen leiten lassen können und wenn da nichts leitet, können wir auch nichts tun. Unsere kleine „Sicherung“ im Kopf, fand diesen Zustand sogar recht angenehm. Und das Aufwachen ist auch unangenehm. Es gibt niemanden mehr, der uns führt, wir sind schon DA. Wir sind Herausgewachsen aus unseren Kinderschuhen. Wir sind erwachsen, ausgewachsen. Wir sind das Große – das ist die einzige Wahrheit, die es gibt. In tiefster Verbindung mit uns selbst, die eigene Größe zu umarmen, das ist die einzige Tat, die das Leben von uns will. Und was ist das Leben anderes als der Wandel?

Mit dieser Größe zeigt sich der ursprüngliche, eigene Ausdruck vom SELBST und von Leben, der IMMER Liebe ist. Darin ist die Selbstliebe und die Liebe zu allem enthalten. Dann entsteht die tiefste und reinste Form der Verbindung jenseits aller Geschichte und Definitionen. Wahrheit, Größe und Liebe – das ist GOTT in gelebter Form. Das ist die Nahrung, die wir in diesen Zeiten brauchen. Die Nahrung, die wir uns selbst geben müssen, nicht mehr darauf wartend, dass sie zu uns kommt.

Alles in uns weiß, wir sind DA, der Wandel ist JETZT.

Da ist kein Weg mehr. Das ist eine einzige große und beständige Tat, der Wahrheit liebend in jedem Moment des Lebens zu folgen. Wir sind aufgerufen, diese Wahrheit zu leben und immer in unserer besten, höchsten Kraft zu sein mit uns und mit Anderen. Das erfordert Mut, Größe – und Liebe.

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Times of Change

DSCF1845Wherever I look, wherever I am, with whom I speak or whoever comes to my sessions – one is clear: we are in the middle of a big change.

This change is deep and fundamental und concerns everybody. There is no going away or hiding possible. When I look at people and society and the issues and symptoms wich we are suffering from, „it“ calls loudly.

Beyond the borders

Our work, our relationships, our behaviour with people, situations in general, our society – we bump more and more often and strongly against borders. The old concepts and rules are not working out any more. Not with each other and not with ourselves. The old, comfortable and accepted paths of society do not carry us anymore. What we have defined for is and others does not nurture us anymore. There is a lot of pressure in every inch of our being. We are not getting slowly but very rapidly to small for our previous structures and lives. And yet – there’s no reason to cry.

We are challenged from life and our circumstances, to come into ourselves – in our heart, in the connection with ourselves and in our connection with our own truth. Everyone carries this truth inside and it wants to be seen and accepted. We are deeply and with everything called, to use new paths, new behaviours, new principles for ourselves, for our life and for our society finally serving us. This needs attention and honesty: where do I compromise? What gives me pretended security? Where do I not want to question or look at? Where am I to comfortable to change?

Our well-defined functioning “I” has so much fear to change, that it prefers not to look at anything, what functions at least somehow. Sometimes it doesn’t want to look even at the things that doesn’t work out at all. Just because change means danger and continuance means security. Than we turn away from inner truth and become blind.

Beyond well-knwon definitions

But now – we are in a time, that – if we want or not, IS change. Long time announced, the times of turnover and change and look there! – now we are in the middle of it! We are in the middle of becoming aware, in the middle of change. And that is exactly the solution. To be in the MIDDLE. Not running away anymore. There’s only the own responsibility and inner truth. It needs courage, to take away the definitions concealing like veils the real thing. Who am I without definitions? Who am I, when I take away work, family, personal story and goals, suffering and social environment – the security of definition?

We already know, that the goals is not everything but the path. But – I see so many people “on the path” and they define themselves with it until they can’t see what’s really going on anymore. There is no way anymore. We are THERE.

Connect with inner truth and magnitude

What happens then? Then we start to become naked, open and touchable in our hearts and our BEING becomes visible – something deeply individual and unique, what is in the same time embedded in the whole. The communion with oneself IS the communion with everything, with life. The personal drama has no place anymore, it’s only scroll and story around. We ARE.

The more we allow and accept this, the more we experience our own power and are called to embrace life completely – with our magnitude and power. This is scary. We recognize we ARE the maximum. We are not children anymore, that are instructed from something big and when it’s not there instructing, we can’t do anything. Our “security”-form in the mind did that find actually comfortable. Waking up can be uncomfortable. There is nobody, who guides us anymore. We are already THERE. We grew out of our children shoes. We are grown-up now. We ARE magnitude – that is the only truth, that is. In deep communion with ourselves, embracing the own magnitude, that is the only action that life demands from us. And what is life unless change?

With this magnitude, the original expression of the SELF and life is visible – this is ALWAYS love. It’s self-love and love to everything. Then the deepest and purest form of communion beyond all stories and definitions arises. Truth, magnitude and love – this is GOD alive. This is the food, we need in this times. The food we have to give ourselves not waiting anymore that it comes to us.

Everything in us knows – we are THERE, the change is NOW.

There is no path anymore. There is the only major and permanent act of following the truth lovingly in every moment of life. We are called, to live this truth. That needs our courage, magnitude – and love.

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  2 comments for “Zeit des Wandels I Times of change

  1. Annita, Deutschland
    7. July 2015 at 18:42

    Wow, genau das ist es, die Zeit des Wandels!

    Auch ich habe in Assisi noch einmal so richtig die Energie von Frieden fühlen dürfen und kann nur jede Zeile von Dir bejahen. ICH BIN DA! Es ist so einfach – alles loslassen – endloser Frieden. Das einfache Brot.

    Du machst eine schöne Arbeit!

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